Ziehen Stürme auf?

Ziehen Stürme auf?

Oktober 19, 2021


Liquidität ist eine Schlüsselkomponente und ein Indikator für Finanz- und Wirtschaftszyklen, die zu Schwankungen bei den Vermögenspreisen, den Zinssätzen und der Wirtschaftstätigkeit führen. Die globale Liquidität erreichte Ende 2020 ihren Höchststand, stieg im September mit der Sonderzuteilung neuer Sonderziehungsrechte (SZR) durch den IWF leicht an, was zu einer Steigung von etwa 2.5 % führte, hat aber jetzt wieder ihren Abwärtstrend fortgesetzt.

Dieser Rückgang warnt vor einem aufziehenden Sturm im Jahr 2022. Dies ist zwar noch keine aktive Baisse, aber in Verbindung mit dem Rückgang des weltweiten Geschäftsvertrauens ist dies für die traditionellen Vermögensmärkte nicht sonderlich optimistisch.

Kombinieren wir dies mit den aktuellen höheren Inflationsdaten und bedenken wir, dass die Zentralbanken ihre Politik bald straffen könnten, z.B. die Bank of England, wo die Erwartungen für Erhöhungen bereits stark eingepreist sind: Der Short-Kontrakt auf das Pfund Sterling vom 22. Dezember hat alle „Covid Cuts“ aus dem Markt herausgepreist, was insbesondere seit der jüngsten Rede von Gouverneur Bailey zu aussergewöhnlichen Bewegungen geführt hat. n der Zwischenzeit warnt die EZB bereits, dass der Ausstieg aus der quantitativen Lockerung holprig sein wird, doch die Anleger sind immer noch stark in Aktien der Eurozone engagiert – obwohl es vielleicht sinnvoll wäre, sich defensiver zu positionieren. Die Ergebnissaison in den USA ist bisher recht gut verlaufen. In der Zwischenzeit warnt die EZB bereits, dass der Ausstieg aus der quantitativen Lockerung holprig sein wird, doch die Anleger sind immer noch stark in Aktien der Eurozone engagiert – obwohl es vielleicht sinnvoll wäre, sich defensiver zu positionieren. Die Ergebnissaison in den USA ist bisher recht gut verlaufen.

Allerdings liegt die Risikoneigung der Anleger weltweit ziemlich genau in der Mitte ihres normalen Bereichs, so dass alle Vermögenswerte in Zukunft weiter an Wert gewinnen können, sobald der Rückgang der Liquidität aufgefangen wurde.

Was sagen uns also die Anleihemärkte? Vielleicht sollten wir damit beginnen, was uns die Anleihemärkte sagen sollen? Normalerweise sind es zwei Dinge: 

1. die Inflationserwartungen der Anleger (anhand der Breakeven Kurve) 

2. die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Rezession (anhand der Steigung der Kurve)

Doch wie üblich ist die Sache weitaus komplexer, was in erster Linie auf die massive Kapitalschwemme der Zentralbanken zurückzuführen ist, die die Renditen über die gesamte Kurve hinweg, insbesondere aber an den längeren Enden, niedrig hält. Interessant ist, dass die Anleihekurve im Vereinigten Königreich steiler wurde, bis der jüngste Ausverkauf am vorderen Ende sie auf ihre Jahrestiefststände zurückwarf. Da die Inflationserwartungen in den USA auf 5-Jahres-Sicht wieder bei über 2 % liegen, würde der alte Anleihenhändler in mir hier den Bauch der Staatsanleihenkurven verkaufen wollen.

Der Abbau der Verschuldung der privaten Haushalte setzt sich weltweit fort, aber das globale Wachstum kann sich nur fortsetzen, wenn die Verbraucher Vertrauen in ihre Zukunft haben. Daher sollten die Beschäftigungs- und Sparquoten sorgfältig überwacht werden, insbesondere wenn die wirtschaftliche Stimmung schwankt und ein schwieriger Winter bevorsteht. Die Ankurbelung der Infrastrukturausgaben ist in diesem Zusammenhang sehr sinnvoll: Die Zinssätze, zu denen die Regierungen Kredite aufnehmen können, sind historisch niedrig, und die privaten Ersparnisse sind hoch. Für einen nachhaltigen Aufschwung müssen sich die Unternehmen jedoch auf Investitionsausgaben (CAPEX) konzentrieren und damit zeigen, dass sie zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Das ist genau das, was wir hier bei Pactum sehen: Unternehmen, die auf neuen Märkten oder durch die Übernahme geschwächter Konkurrenten wachsen wollen – mit Hilfe von Finanzierungslösungen des Umlaufvermögens. Parallel suchen Investoren nach Alternativen zu Anleihen und Aktien und nach sicheren Private Debt Anlagelösungen, die stabile Renditen bei stark diversifiziertem Risiko bieten.

Unser eigener forderungsbesicherter Fonds ist auf dem besten Weg, seine Rendite von 3 % (Euro Klasse) für 2021 zu erreichen, und das bei extrem geringer Volatilität der monatlichen Renditen: d.h., er erfüllt die Rolle, die ihm als Ersatz für festverzinsliche Anlagen zugedacht ist, nahezu perfekt.

Text: Rick Pearson, Chief Investment Officer, Pactum AG